News – Aus der Förderlandschaft

Der Mittelstand ist Dreh- und Angelpunkt der deutschen Wirtschaft. Er ist Beschäftigungsmotor und weltweit für sein Know-how sowie sein fortschrittliches Denken und Handeln bekannt. Nun hat die KfW festgestellt: Die Zahl innovativer KMU ist in den letzten Jahren alarmierend zurückgegangen.

Männliche Hand hält Lichtpunkt zwischen den Fingern.
© Sergey Nivens, stock.adobe.com.
Innovationen und ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sollten nicht unterschätzt werden.

Innovative Produktentwicklungen und Prozesse gehören zu den wichtigsten Faktoren, die die Wirtschaftskraft Deutschlands ausmachen. Technische Neuerungen etwa können ganze Geschäftsbereiche oder Branchen auf der ganzen Welt nachhaltig beeinflussen und Produktionstätigkeiten auf ein neues Effizienzlevel heben.

Vor allem der deutsche Mittelstand hat hier in der Vergangenheit von sich reden gemacht. Wie der jüngst erschienene Innovationsbericht der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergab, ist der Anteil innovativer KMU zuletzt jedoch auf einen absoluten Tiefstand gesunken: Denn inzwischen sind nur noch 725.000 von 3,81 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen innovativ tätig.

Die Innovatorenquote für den Zeitraum 2016/2018 fiel auf drastische 19 % (s. Grafik). In Relation zum Höchststand von 42 %, den die KfW für den Zeitraum 2004/2006 ermittelt hatte, hat sich der Anteil innovativer KMU damit mehr als halbiert. Das ist der niedrigste Wert überhaupt seit Beginn der Messaufzeichnungen in den Jahren 2002/2004.

Neue bzw. verbesserte Produkte wurden nur noch von 13 % der Unternehmen auf den Markt gebracht (- 2,0 %). Die Prozessinnovatorenquote ging ebenfalls auf 13 % zurück (- 4,0 %).

Der Innovationsrückgang ließ sich dabei über alle Unternehmensgrößen hinweg feststellen. Große Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten sind ebenso betroffen wie kleine, konnten zwischen 2016 und 2018 jedoch noch deutlich mehr innovative Projekte zum Abschluss bringen (49 %) als Unternehmen mit weniger als 5 Mitarbeitern (16 %).

Gleichzeitig setzten KMU jedoch deutlich mehr finanzielle Mittel für Innovationsvorhaben ein als noch in den Jahren zuvor. Erstmals seit 2014 sind die Ausgaben für Innovationen wieder angestiegen und lagen in 2018 bei 34 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von ca. 9,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch, dass sich immer mehr Innovationsausgaben auf immer weniger Unternehmen konzentrieren. Das ist ein Zustand, dem der Mittelstand unbedingt entgegenwirken muss.

„Für die Zukunftsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung – schließlich spielen Innovationen eine große Rolle für Beschäftigung, Wachstum und Produktivität“, mahnt deshalb auch KfW-Expertin Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Innovationsstrategien im Ausland seien zudem erhöhte Forschungsanstrengungen notwendig. Die deutsche Wirtschaft könne sich nicht auf ihrem technologischen Vorsprung ausruhen, sondern müsse ihre Vorreiterrolle sichern und Zukunftstechnologien entwickeln, so die Chefvolkswirtin der KfW weiter.

Innovationen in Form von Produktentwicklungen und neuen Prozessen sind Garant für eine erfolgreiche Zukunft kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der gesamtdeutschen Wirtschaft. Entsprechende Investitionen sind deshalb unerlässlich, um im internationalen Vergleich nicht abgehängt zu werden und im globalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können.

Statt Innovationsprojekte aus eigenen Mitteln zu finanzieren, wie es das Gros der Unternehmen tut (91 %), sollten Unternehmen daher vor allem auf Förderungen der öffentlichen Hand zurückgreifen. Es existieren zahlreiche Förderprogramme und -richtlinien von EU, Bund und Ländern, die besonders kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Innovation stärken und ihnen die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen, die es benötigt, innovative Vorhaben in die Realität umzusetzen.

Quellen

Interviews

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"Ein EIB-Darlehen hat eine hohe Signalwirkung"

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Interview - Sandra Schmidt von der Europäischen Investitionsbank

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Interview Förderlandschaft - Sandra Schmidt von der Europäischen Investitionsbank

Als größte multilaterale Anleiheemittentin und Darlehensgeberin der Welt gehört die Europäische Investitionsbank, kurz EIB, zu den wichtigsten Vergabestellen unserer Zeit. Was die EIB im Besonderen auszeichnet, darüber spricht Klaus Weiler mit Sandra Schmidt im Interview.

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