News - Vergabestellen

Heute ist die gemeinsam von BMWi, BMF und KfW initiierte KfW Capital gestartet. Die Beteiligungsgesellschaft der KfW Bankengruppe stellt innovativen Technologie-Start-ups über sog. Venture Capital- und Venture Debt-Fonds Risiko- und Wagniskapital bereit, um deren Wachstum und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu fördern.

Gruppenfoto mit Thomas Jarzombek, Peter Altmaier, Dr. Ingrid Hengster, Dr. Jörg Goschin und Alexander Thees
© BMWi/Susanne Eriksson
Thomas Jarzombek, Luft- und Raumfahrtkoordinator;
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier; Dr. Ingrid Hengster,
Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe und die Geschäftsführer
von KfW Capital, Dr. Jörg Goschin und Alexander Thees (v.l.n.r.)

Gerade jungen, innovativen Start-Ups des Technologiesektors fehlt es in der Startphase oft an notwendigen finanziellen Kapazitäten, um ihr Wachstum aktiv voranzutreiben. Banken scheuen oft das Risiko bisher unbekannter Unternehmen, die sich erst am Markt beweisen und einen Namen machen müssen.

Für die Zukunft der deutschen Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sind junge Technologieunternehmen jedoch enorm wichtig. Da Deutschland im internationalen Vergleich verhältnismäßig rohstoffarm ist, lebt die Wirtschaft von innovativen Technologien ambitionierter Gründer.

Eine Chance für vielversprechende Unternehmen, ihre Kapitalbasis aufzustocken, stellen deshalb sog. Venture Capital- und Venture Debt-Fonds dar. Diese beteiligen sich mit Investments an innovativen Start-Ups und generieren ihre finanziellen Mittel über private Investoren, andere Fonds oder Unternehmen.

Allerdings fehlen in Deutschland aktuell 500 bis 600 Mio. Euro jährlich für Wachstumsfinanzierungen. Um diese Angebotslücke künftig zumindest teilweise zu schließen, war der Gründung der KfW Capital ein Beschluss des Deutschen Bundestages im März 2017 vorausgegangen, der einen entsprechenden Auftrag an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erteilt hatte. Der Beschluss zur Gründung einer Beteiligungstochter war im darauffolgenden Juni vom Verwaltungsrat der KfW erfolgt.

Erklärtes Ziel der Initiatoren ist es, durch die KfW Capital die Fondslandschaft und besonders den Venture Capital- und Venture Debt-Markt in Deutschland zu stärken und innovativen Gründern sowie Start-ups des Technologiesektors einen einfacheren Zugang zu Kapital zu ermöglichen.

Bis 2020 sollen mit Hilfe des ERP-Sondervermögens im Schnitt 200 Mio. Euro Risiko- und Wagniskapital jährlich über die 100%ige Beteiligungstochter der KfW Bankengruppe bereitgestellt werden, an deren Spitze Dr. Jörg Goschin, selbst erfahrener Gründer und zuletzt Geschäftsführer von ALSTIN, dem Wachstumskapitalgeber der Maschmeyer Gruppe, und Alexander Thees, langjähriger Mitarbeiter der KfW und zuletzt Abteilungsleiter des Bereichs Individualfinanzierungen, stehen.

Die KfW und das Bundeswirtschaftsministerium haben bereits einige Erfahrungen in Sachen Venture Capital. Allein seit 2015, das heißt mit dem Start des Programms „ERP-Venture Capital - Fondsinvestment“, hat sich die KfW mit einem Investitionsvolumen von 265 Mio. Euro an 18 Venture Capital Fonds beteiligt. Ihre Anteile an coparion, dem großen Co-Investitionsfonds, der 2016 zusammen mit dem BMWi ins Leben gerufen wurde, und an den drei Generationen des High Tech-Gründerfonds gehen nun an die KfW Capital über.

Die Tochtergesellschaft investiert in Venture Capital- und Venture Debt-Fonds, die ihrerseits jungen innovativen Technologieunternehmen das für die Wachstumsphase benötigte Kapital in Form von Beteiligungen zur Verfügung stellen.

Irrelevant ist dabei, ob die Investition der KfW Capital in Höhe von max. 25 Mio. Euro und max. 19,99 % der Kapital- und Stimmrechtsanteile in einen etablierten Fonds oder einen neu gegründeten, einen sog. First-Time-Fonds, erfolgt. Entscheidend ist das Management, dessen Potenziale und Möglichkeiten. Außerdem müssen die ausgewählten Fonds ein Volumen von mindestens 50 Mio. Euro anvisieren, mehrheitlich von privaten Investoren gehalten werden und wenigstens den von der KfW Capital eingebrachten Betrag in hierzulande ansässige junge Technologieunternehmen in der Wachstumsphase reinvestieren.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier resümiert: „Wir wollen mehr Gründerinnen und Gründer in Deutschland. Im internationalen Vergleich haben wir im Bereich Wagniskapitalfinanzierung aber noch einen gewissen Nachholbedarf. Deshalb setzen wir mit der Gründung von KfW Capital hier ein wichtiges und deutliches Zeichen. Mit dieser neuen Beteiligungsgesellschaft werden die Expertise der KfW im Bereich Gründerförderung und die finanziellen Ressourcen gebündelt. So entsteht mit Unterstützung des vom Bundeswirtschaftsministerium verwalteten ERP-Sondervermögens ein schlagkräftiger Akteur, der dem deutschen Wagniskapitalmarkt wichtige Impulse gibt.“

Quellen

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