Markt - Trends & Branchenentwicklungen

Der Sommer steht vor der Tür und somit auch der alljährliche Reisewahnsinn. Insgesamt 65 Mrd. Euro gaben die Deutschen allein 2017 für ihren Urlaub aus. Interessant dabei: Das Reisebüro spielt gegenüber der Buchung im Internet immer noch eine große Rolle.

Sommer, Sonne, Strand - Der Reisemarkt wächst beständig
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Der Reisemarkt ist auf Wachstumskurs.

Der deutsche Reisemarkt

Sommer, Sonne, Strand – so stellen sich viele Deutsche ihren Jahresurlaub vor. Daher sind sie auch bereit einen guten Teil ihres Jahreseinkommens hierfür zu investieren. Allein die Reiseausgaben im Ausland betrugen vergangenes Jahr 4,2 % des gesamten Privatverbrauchs der Bundesbürger. Zusätzlich beliefen sich die Ausgaben für Urlaubs- und Privatreisen mit mindestens einer Übernachtung und inkl. zubuchbaren Leistungen vor Reiseantritt auf circa 65 Mrd. Euro. In 2016 hatten diese mit rund 60 Mrd. Euro noch deutlich unter dem Wert des vergangenen Jahres gelegen.

Auch die Reise- und Urlauberanzahl zog 2017 an. Laut der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) wurden vergangenes Jahr 69,6 Mio. Reisen ab 5 Tagen Reisedauer getätigt, weit über 40 % davon waren Pauschal- bzw. Bausteinreisen. 77,2 % der Deutschen sorgten so für Erholung und Entspannung bei durchschnittlich 1,3 Reisenden pro Reise. Bei Urlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer verzeichnete der Deutsche Reiseverband in seiner Studie „Der Deutsche Reisemarkt – Zahlen und Fakten 2017“ 54,1 Mio. Reisende gegenüber 53,4 Mio. im Vorjahr.

Reisebüro oder Online-Buchung, wer hat die Nase vorn?

Das Erstaunliche dabei: Das Gros der Veranstalterreisen wird immer noch stationär im Reisebüro gebucht, obwohl das Internet auch die Reisebranche in den letzten Jahren stark verändert hat.

Vor dem Internetzeitalter, sprich vor 1995, waren 59 % der Reisen individuell organisiert, so FUR. Das bedeutet, 27 % der Reisenden fuhren spontan an die etwaigen Reiseziele und buchten ihre Unterbringungsmöglichkeiten direkt vor Ort, während 32 % ihren Urlaub vorab über den Leistungsträger (Airlines, Bahn-, Mietwagenunternehmen, Hotels etc.) oder das Fremdenverkehrsamt fest machten. 41 % setzten auf professionell organisierte Angebote über stationäre Reisebüros oder Reiseveranstalter.

20 Jahre später geht der Trend in eine andere Richtung. Individualreisen verlieren enorm an Bedeutung. Sie machen nur noch 51 % der gesamten Urlaubsreisen aus und werden lediglich zu 22 % vorab beim Leistungsträger oder dem Fremdenverkehrsamt gebucht. Auch die Zahl der Spontanreisenden ist gesunken. Sie ging auf 12 % zurück. Viele der Individualreisenden (17 %) nutzen nun das Internet, um sich ihren Urlaub über Leistungsträger (13 %) oder Produktportale (4 %) zusammenzustellen. Vor allem bei Kurztrips und Wochenendurlauben ist das Internet eine gerne genutzte Anlaufstelle.

Der Anteil der organisierten Reisen hingegen hat in den vergangenen Jahren um 8 Prozentpunkte zugelegt. 49 % der Reisenden bevorzugen Pauschalreisen, um möglichst sorglos in den Urlaub zu starten. 36 % suchen dafür ein stationäres Reisebüro oder einen vor Ort ansässigen Reiseveranstalter auf, lediglich 13 % nutzen das Internet.

2017 machten online gebuchte Urlaubs- und Privatreisen mit einem Umsatz von 25,9 Mrd. Euro 40 % des Marktes aus. Mit 38,8 Mrd. Euro und 60 % standen die offline gebuchten Urlaubs- und Privatreisen jedoch immer noch an erster Stelle.

Trotz abnehmender Reisebuchungsstellen (2016: 11.422; 2017: 11.116) erzielten die Reisebüros im Vergleich zu 2016 insgesamt ein deutliches Umsatzplus mit 26,4 Mrd. Euro gegenüber 25,2 Mrd. Euro, wobei 18,5 Mrd. Euro auf Privatreisen und 7,9 Mrd. Euro auf Geschäftsreisen entfielen.

Einer der Hauptgründe ist die persönliche Bindung und individuelle Betreuung, die Online-Portale und -Reisebüros nicht bieten können. Um jedoch auch in Zukunft im Wettbewerb bestehen zu können, werden sich die Reisebüros noch mehr an die sich wandelnden Bedürfnisse der Kundschaft anpassen müssen.

Quellen

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